Wandel(n) im Neuhaussaal: Philharmonische Klangwelten über Veränderung


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Wandel(n): Klangvolle Bewegungen zwischen Bach, Kancheli und Mendelssohn
Wenn sich musikalische Epochen begegnen, entsteht ein Konzertabend von besonderer Spannung: Das 1. Philharmonische Konzert Wandel(n) führt am 1. Oktober 2026 im Neuhaussaal des Theaters Regensburg durch Jahrhunderte europäischer Musikgeschichte. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Stefan Veselka gestaltet das Philharmonische Orchester Regensburg ein Programm, in dem Veränderung, Erinnerung und innere Bewegung zu klingenden Erlebnissen werden.
Eine Dramaturgie zwischen Barock, Moderne und Romantik
Im Zentrum steht Felix Mendelssohn Bartholdys Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 107, die den Beinamen Reformationssinfonie trägt. Mendelssohn verbindet darin den Choral Ein feste Burg mit einer sinfonischen Form, die musikalische Tradition und romantische Klangsprache in einen eindringlichen Dialog setzt. Die Dramaturgie des Abends folgt damit einem historischen Wandel, der nicht nur in den Noten, sondern auch in der Architektur des musikalischen Satzes hörbar wird.
Bachs kontrapunktisches Vermächtnis in neuer Klangfarbe
Johann Sebastian Bachs Ricercar a 6 aus dem Musikalischen Opfer erklingt in der Orchesterbearbeitung von Anton Webern. Der streng gearbeitete Kontrapunkt des Barock begegnet dabei einer modernen, fein aufgefächerten Instrumentation. Einzelne Stimmen treten aus dem Klangkörper hervor, verschwinden wieder und verweben sich zu einem transparenten Bühnenbild aus Klangfarben, Linien und rhythmischer Präzision.
Zwischen Klang und Stille
Giya Kanchelis Konzert für Viola und Streichorchester Abii ne viderem öffnet einen stilleren, nach innen gerichteten Raum. Das Werk entstand 1992/93, nachdem der georgische Komponist seine Heimat verlassen hatte, und kreist um große Kontraste: Klang und Stille, Nähe und Ferne, Erinnerung und Verlust. Als Solist ist der Bratschist Njord Karason Fossnes zu erleben. Seine Stimme verleiht dem Konzert eine intime Färbung, die den großen sinfonischen Spannungsbogen menschlich verdichtet.
Das Bühnenerlebnis im Neuhaussaal
Im Neuhaussaal entfaltet sich die Theateratmosphäre nicht durch Schauspiel und gesprochenes Wort, sondern durch die konzentrierte Präsenz des Orchesters. Lichtstimmung, Akustik und die sichtbare Kommunikation zwischen Dirigent und Musikerinnen und Musikern formen ein unmittelbares Bühnenerlebnis. Stefan Veselka, seit der Spielzeit 2023/24 Generalmusikdirektor des Theaters Regensburg und Chefdirigent des Philharmonischen Orchesters Regensburg, führt die drei Werke zu einem Abend zusammen, dessen musikalische Bewegung vom barocken Detail bis zum romantischen Ausbruch reicht.
Fazit: Ein Konzertabend über Veränderung
Wandel(n) lädt dazu ein, Musik als Geschichte in Bewegung zu erleben. Bach, Kancheli und Mendelssohn stehen für unterschiedliche Zeiten, Klangwelten und Erfahrungen – verbunden durch die Frage, wie sich Kunst mit ihrer Gegenwart verändert. Das Publikum erwartet ein anspruchsvolles, farbenreiches Philharmonisches Konzert mit großer Orchesterkultur und nachhaltiger musikalischer Wirkung. Wer den Wandel nicht nur verstehen, sondern hören möchte, erlebt diesen Abend am besten live im Neuhaussaal.
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