Rosa Tahedl in Regensburg: Lesung aus Die Holzfällerin im Schatten des Roten Sterns


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Rosa Tahedl: Eine literarische Spurensuche zwischen Böhmerwald und Rotem Stern
Das Literarische Café der Ackermann-Gemeinde Regensburg widmet sich am 6. November 2026 der Schriftstellerin Rosa Tahedl und ihrem Werk Die Holzfällerin im Schatten des Roten Sterns. Im Café Pernsteiner verbindet sich literarische Erinnerung mit historischer Einordnung, persönlicher Autor-Begegnung und einer musikalischen Umrahmung durch die 2Cent-Band.
Eine Stimme aus dem Böhmerwald
Rosa Tahedl wurde 1917 in Guthausen im Böhmerwald geboren. Als Lehrerin erlebte sie die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche nach dem Zweiten Weltkrieg unmittelbar. Nach ihrer Zwangsentlassung aus dem Schuldienst arbeitete sie 18 Jahre lang als Forstarbeiterin und Holzfällerin, bevor sie 1964 in die Bundesrepublik Deutschland ausreisen konnte.
Ihre Texte verbinden autobiografisches Erzählen, historische Dokumentation und die genaue Beobachtung einer verschwundenen Lebenswelt. Tahedl schrieb über die Nachkriegszeit in der Tschechoslowakei, über kommunistische Herrschaft, Heimatverlust und die kulturelle Prägung des Böhmerwaldes. Ihre Mundartgedichte und Prosatexte bewahren zugleich sprachliche Traditionen einer Region, deren Geschichte von Vertreibung, Erinnerung und Neubeginn geprägt ist.
Literatur als Gedächtnis der Geschichte
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen ausgewählte Passagen aus Die Holzfällerin im Schatten des Roten Sterns. Das Werk schildert die Lebensbedingungen deutscher Bewohner in den böhmischen Dörfern nach 1945 und macht politische Geschichte aus der Perspektive einer Zeitzeugin erfahrbar. Die narrative Kraft entsteht aus der Verbindung von persönlichem Schicksal, sozialer Beobachtung und präziser Landschaftswahrnehmung.
Martin Sarnezki führt in weniger bekannte Facetten der Vertreibung der Sudetendeutschen ein und liest aus Tahedls Werk. Dabei öffnet sich ein literarischer Diskurs über Erinnerungskultur, deutsch-tschechische Nachbarschaft und die Frage, wie Literatur historische Erfahrung an kommende Generationen weitergibt.
Zwischen Mundart, Musik und Lesungs-Atmosphäre
Eine besondere Atmosphäre entsteht durch die musikalische Begleitung der 2Cent-Band aus Regensburg. Ukulele, Kontrabass sowie deutsche und tschechische Melodien aus dem Böhmerwald schaffen einen sinnlichen Resonanzraum für Tahedls Sprache. Die Lesung erhält dadurch den Charakter eines literarischen Erlebnisses, in dem Stimme, Klang und Erinnerung ineinandergreifen.
Tahedls literarische Qualität liegt in der unmittelbaren Erfahrbarkeit ihrer Erzählwelt. Der Wald erscheint nicht nur als Arbeitsplatz, sondern als kultureller Erinnerungsraum; die Mundart wird zum Träger von Herkunft, Verlust und Zugehörigkeit. Zugleich steht ihr Werk für eine Haltung, die trotz erlittener Gewalt nicht Hass, sondern Versöhnung, Frieden und Freundschaft zwischen Deutschen und Tschechen in den Mittelpunkt stellt.
Ein Nachmittag für Literatur- und Geschichtsinteressierte
Das Literarische Café richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich für deutsch-böhmische Literatur, Zeitgeschichte, regionale Kultur und autobiografisches Erzählen interessieren. Die Veranstaltung verbindet Lesung, Vortrag und musikalische Gestaltung in einem persönlichen Café-Rahmen.
Fazit: Rosa Tahedls Geschichte live erleben
Besucherinnen und Besucher erwartet ein eindringlicher Nachmittag über eine außergewöhnliche Schriftstellerin, die persönliche Erfahrung in literarische Erinnerung verwandelte. Die Lesung aus Die Holzfällerin im Schatten des Roten Sterns macht Geschichte hörbar und zeigt, wie Sprachkunst, regionale Identität und Versöhnung in einem Werk zusammenfinden. Wer Literatur als lebendige Form kulturellen Gedächtnisses erleben möchte, findet im Literarischen Café der Ackermann-Gemeinde einen besonderen Zugang.
Offizielle Kanäle von Rosa Tahedl:
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