Susanne Hanus in Regensburg: Eine bewegende Lesung aus Reise nach Czernowitz


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Eine literarische Spurensuche nach Czernowitz
Susanne Hanus stellt im Kunstforum Ostdeutsche Galerie ihr Drei-Generationen-Projekt Reise nach Czernowitz vor. Die Lesung verbindet persönliche Erinnerung, historische Recherche und künstlerische Bildsprache zu einer eindringlichen Autor-Begegnung über Herkunft, Flucht und die fragile Kontinuität europäischer Kulturgeschichte.
Erinnerung als Reise durch Generationen
Im Mittelpunkt steht die Geschichte von Ernestine Hanus, die ihre Heimat Czernowitz im Jahr 1940 verlassen musste. Gemeinsam mit ihrem Vater und ihrer Großmutter reiste Susanne Hanus 2008 zu den Orten zurück, an denen sich die Familiengeschichte abspielte. Aus Tagebuchaufzeichnungen, Bildern, Zeichnungen und Beobachtungen entstand eine vielschichtige Collage zwischen literarischem Reisebericht, Familienchronik und künstlerischer Dokumentation.
Czernowitz als verlorenes kulturelles Zentrum
Die Veranstaltung führt in eine Stadt, deren kulturelle Identität von jiddischer, deutscher, ukrainischer, rumänischer und polnischer Sprache geprägt war. Hanus richtet den Blick auf das Ende dieses vielfältigen Kulturlebens, auf Umsiedlung, Krieg und Vertreibung. Ergänzende Berichte aus der Ukraine nach Beginn des russischen Vollangriffs im Jahr 2022 schlagen eine direkte Verbindung zwischen historischer Erfahrung und Gegenwart.
Lesung, Bildsprache und wissenschaftlicher Dialog
Die Lesung entfaltet ihre Wirkung im Zusammenspiel von Stimme, Text und visueller Kunst. Eine Installation aus roten Fäden im Foyer des Museums bildet den sinnfälligen Rahmen: Sie verweist auf familiäre Verbindungen, historische Verstrickungen und die Beziehungen zwischen Orten und Zeiten. Moderiert wird der Abend von Prof. Katrin Boeckh vom Denkraum Ukraine, dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und der Ludwig-Maximilians-Universität München.
So entsteht ein literarisches Erlebnis an der Schnittstelle von Erinnerungskultur, Gegenwartskunst und Ukraine-Expertise. Die narrative Struktur des Projekts macht private Lebenswege als Teil einer größeren europäischen Geschichte lesbar und eröffnet zugleich Raum für kulturellen Diskurs.
Fazit: Ein Abend für Erinnerung und Gegenwart
Besucherinnen und Besucher erwartet eine konzentrierte Lesung mit Bildern, historischer Einordnung und persönlicher Perspektive. Reise nach Czernowitz lädt dazu ein, Familiengeschichte nicht als abgeschlossene Vergangenheit, sondern als lebendige Spur in der Gegenwart zu begreifen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.
Offizielle Kanäle von Susanne Hanus:
- Website: https://www.susannehanus.de/news
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