Susanne Hanus in Regensburg: Eine bewegende Lesung aus Reise nach Czernowitz

Event: „Reise nach Czernowitz“ – Susanne Hanus stellt ihr Drei-Generationen-Projekt vor in Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Dr.-Johann-Maier-Str. 5, 93049 Regensburg on 16. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

16. Oktober 2026 18:30 Uhr

Veranstaltungsort

Kunstforum Ostdeutsche Galerie | Regensburg
Dr.-Johann-Maier-Straße 5, 93049 Regensburg, Deutschland

Tickets

Kostenlos

Über diese Veranstaltung

Literatur & Lesungen

Stimmung

Entspannt

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

Eine literarische Spurensuche nach Czernowitz

Susanne Hanus stellt im Kunstforum Ostdeutsche Galerie ihr Drei-Generationen-Projekt Reise nach Czernowitz vor. Die Lesung verbindet persönliche Erinnerung, historische Recherche und künstlerische Bildsprache zu einer eindringlichen Autor-Begegnung über Herkunft, Flucht und die fragile Kontinuität europäischer Kulturgeschichte.

Erinnerung als Reise durch Generationen

Im Mittelpunkt steht die Geschichte von Ernestine Hanus, die ihre Heimat Czernowitz im Jahr 1940 verlassen musste. Gemeinsam mit ihrem Vater und ihrer Großmutter reiste Susanne Hanus 2008 zu den Orten zurück, an denen sich die Familiengeschichte abspielte. Aus Tagebuchaufzeichnungen, Bildern, Zeichnungen und Beobachtungen entstand eine vielschichtige Collage zwischen literarischem Reisebericht, Familienchronik und künstlerischer Dokumentation.

Czernowitz als verlorenes kulturelles Zentrum

Die Veranstaltung führt in eine Stadt, deren kulturelle Identität von jiddischer, deutscher, ukrainischer, rumänischer und polnischer Sprache geprägt war. Hanus richtet den Blick auf das Ende dieses vielfältigen Kulturlebens, auf Umsiedlung, Krieg und Vertreibung. Ergänzende Berichte aus der Ukraine nach Beginn des russischen Vollangriffs im Jahr 2022 schlagen eine direkte Verbindung zwischen historischer Erfahrung und Gegenwart.

Lesung, Bildsprache und wissenschaftlicher Dialog

Die Lesung entfaltet ihre Wirkung im Zusammenspiel von Stimme, Text und visueller Kunst. Eine Installation aus roten Fäden im Foyer des Museums bildet den sinnfälligen Rahmen: Sie verweist auf familiäre Verbindungen, historische Verstrickungen und die Beziehungen zwischen Orten und Zeiten. Moderiert wird der Abend von Prof. Katrin Boeckh vom Denkraum Ukraine, dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und der Ludwig-Maximilians-Universität München.

So entsteht ein literarisches Erlebnis an der Schnittstelle von Erinnerungskultur, Gegenwartskunst und Ukraine-Expertise. Die narrative Struktur des Projekts macht private Lebenswege als Teil einer größeren europäischen Geschichte lesbar und eröffnet zugleich Raum für kulturellen Diskurs.

Fazit: Ein Abend für Erinnerung und Gegenwart

Besucherinnen und Besucher erwartet eine konzentrierte Lesung mit Bildern, historischer Einordnung und persönlicher Perspektive. Reise nach Czernowitz lädt dazu ein, Familiengeschichte nicht als abgeschlossene Vergangenheit, sondern als lebendige Spur in der Gegenwart zu begreifen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.

Offizielle Kanäle von Susanne Hanus:

Quellen:

Loading map...

Häufig gestellte Fragen